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14. JANUAR 2010

HH Kinospot

In Kino 2 des Memminger Cineplex geht das Licht aus. Auf der Leinwand erscheint eine blonde Frau, die mit klarer Stimme von ihrer Liebe zu Gott singt. In rasch wechselnden Kameraeinstellungen sind Kaffee trinkende Gottesdienstbesucher, Redner, eine Band und ein Kuchenstück zu sehen. Nach 23 Sekunden ist der Film zu Ende und das Licht geht wieder an. „Wir wollten einen Werbespot für Gott drehen”, sagt Thomas Pfaus nach der Premiere des Streifens gegenüber einer kleinen Schar von Journalisten.
Die Kirchengemeinde Unser Frauen möchte mit dem selbst produzierten Werbespot Menschen in ihren Gäste-Gottesdienst locken, den sie „Happy Hour” (glückliche Stunde) getauft hat. So sind die Bilder des Spots, den Pfaus zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern gedreht hat, auch bei einer „Happy Hour” entstanden. „Wir wollen mit zeitgemäßen Mitteln den Glauben zu den Menschen bringen”, erklärt Pfarrer Stephan Ranke die Entscheidung für den Werbefilm.
Dieser wird in den Monaten Februar und April sowie September und Dezember in den Jahren 2010 und 2011 - eventuell auch noch 2012 - im Memminger Cineplex-Kino in zwei Sälen vor den Hauptfilmen zu sehen sein.
Die Happy-Hour-Gottesdienste - zu denen im Schnitt 200 Personen kommen - sollen Leute ansprechen, „die bisher nichts mit Kirche zu tun hatten”, sagt Kirchenvorsteher Klaus Buck. So würden dort in lockerer Atmosphäre Themen behandelt, die sich mit dem Alltag auseinandersetzen.

Kosten: 6600 Euro

Mit Blick auf die Kosten in Höhe von rund 6 600 Euro für das komplette Werbe-Projekt erinnern Buck und Ranke an die gerade laufende Sanierung der Frauenkirche. Wie berichtet, werden die Arbeiten - vor allem am maroden Dach und am Südflügel - rund 1,25 Millionen Euro verschlingen. Doch diese Summe hat man noch nicht ganz zusammen. Laut Buck hat die Kirchengemeinde zwar schon 136 000 Euro an Spenden erhalten - dennoch würden für die Sanierung noch 186 000 Euro an Spenden fehlen. Daher betont er: „Das Geld für den Spot stammt aus zweckgebundenen Mitteln. Es geht der Sanierung also kein Cent verloren.” Dagegen könnte der Werbefilm sogar dazu beitragen, dass noch mehr Menschen etwas für die Kirchensanierung spenden.
In diesem Zusammenhang dankt Pfarrer Ranke den vielen Gläubigen, die schon für die Frauenkirche in ihre Geldbeutel gegriffen haben.

Ein Artikel der Memminger Zeitung von Volker Geyer

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