titelbild

19. JUNI 2016

Trägst du noch oder vergibst du schon?

15 Weil nun ihr Vater tot war, gerieten die Brüder Josefs in Sorge. „Wenn Josef uns nur nichts mehr nachträgt!”, sagten sie zueinander. „Sonst wird er uns jetzt heimzahlen, was wir ihm einst angetan haben.” 16 Sie ließen Josef ausrichten: „Dein Vater hat uns vor seinem Tod die Anweisung gegeben: 17 ‘Bittet Josef, dass er euch verzeiht und euch nicht nachträgt, was ihr ihm angetan habt.’ Deshalb bitten wir dich: Verzeih uns unser Unrecht! Wir bitten dich bei dem Gott deines Vaters, dem auch wir dienen!” Als Josef das hörte, musste er weinen. 18 Danach gingen die Brüder selbst zu Josef, warfen sich vor ihm zu Boden und sagten: „Wir sind deine Sklaven!” 19 Aber Josef erwiderte: „Habt keine Angst! Ich werde doch nicht umstoßen, was Gott selbst entschieden hat! 20 Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten. Das war sein Plan, und so ist es geschehen. 21 Habt also keine Angst! Ihr könnt euch auf mich verlassen, ich werde für euch und eure Familien sorgen.” So beruhigte Josef seine Brüder und gab ihnen wieder Mut.

1. Mose 50,15-21 (Gute Nachricht Bibel)

23 Jesus fuhr fort: „Macht euch klar, was es bedeutet, dass Gott angefangen hat, seine Herrschaft aufzurichten! Er handelt dabei wie jener König, der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte. 24 Gleich zu Beginn brachte man ihm einen Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete. 25 Da er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn zu verkaufen, auch seine Frau und seine Kinder und seinen ganzen Besitz, und den Erlös für die Tilgung der Schulden zu verwenden. 26 Aber der Schuldner warf sich vor ihm nieder und bat: ‘Hab doch Geduld mit mir! Ich will dir ja alles zurückzahlen.’ 27 Da bekam der Herr Mitleid; er gab ihn frei und erließ ihm auch noch die ganze Schuld. 28 Kaum draußen, traf dieser Mann auf einen Kollegen, der ihm einen geringen Betrag schuldete. Den packte er an der Kehle, würgte ihn und sagte: ‘Gib zurück, was du mir schuldest!’ 29 Der Schuldner fiel auf die Knie und bettelte: ‘Hab Geduld mit mir! Ich will es dir ja zurückgeben!’ 30 Aber sein Gläubiger wollte nichts davon hören, sondern ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld beglichen hätte. 31 Als das seine anderen Kollegen sahen, konnten sie es nicht fassen. Sie liefen zu ihrem Herrn und erzählten ihm, was geschehen war. 32 Er ließ den Mann kommen und sagte: ‘Was bist du für ein böser Mensch! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, weil du mich darum gebeten hast. 33 Hättest du nicht auch Erbarmen haben können mit deinem Kollegen, so wie ich es mit dir gehabt habe?’ 34 Dann übergab er ihn voller Zorn den Folterknechten zur Bestrafung, bis er die ganze Schuld zurückgezahlt haben würde. 35 So wird euch mein Vater im Himmel auch behandeln, wenn ihr eurem Bruder oder eurer Schwester nicht von Herzen verzeiht.”

Matthäus 18,23-35 (Gute Nachricht Bibel)

  1. „Das werde ich dir nie verzeihen!” ist einer der bittersten Sätze überhaupt. Bitter nicht nur für den anderen, sondern vor allem auch für mich selbst. Denn: Wer anderen nicht vergeben kann, schadet damit vor allem einer Person: sich selbst.
    Deshalb will ich mir etwas Zeit nehmen und überlegen, was und wem ich alles noch nicht vergeben habe. Möglich ist eine Liste von Begebenheiten, für die ich heute noch auf jemanden wütend bin, die mich verletzt haben und die heute noch schmerzen, die ich einfach nicht vergessen kann und die noch immer an mir nagen,…
  2. Die Fähigkeit, verzeihen zu können ermöglicht es, dass meine Wunden heilen können. Es geht darum, endlich loszulassen und mich somit von dem, was mir angetan wurde, zu befreien.
    Deshalb nehme ich mir jetzt vor, mit Gott zusammen im Gebet meine Liste (Punkt 1) durchzugehen. Ich nehme mir vor, bewusst einzelne Situationen zu vergeben. Das wird möglicherweise länger dauern. Trotzdem werde ich mich Schritt für Schritt leichter fühlen. Danach werfe ich die Liste bewusst weg.
  3. Wenn ich Gott aufrichtig um Vergebung für meine Verfehlungen bitte, wird er mir vergeben.

Wer an seinem Schmerz festhält,
bestraft sich letzen Endes selbst.
Leo. F. Buscaglia

Download

Download

PDF - Datei | 257 KB

Impressum | Datenschutz