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20. NOVEMBER 2016

Und was bleibt?

12 Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen!

Psalm 90,12 (Neue Genfer Übersetzung)

12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Psalm 90,12 (Lutherbibel 1984)

„Dieser Satz hat mein Leben verändert. Ich hatte ihn schon öfter gelesen. Doch wie viel Tiefe in diesem Satz steckt, habe ich erst gemerkt, als mein Opa gestorben ist. Abends bin ich damals zu Bett gegangen. Etwas unruhig. Ich wusste, dass es meinem Opa nicht gut ging. Irgendetwas hielt mich wach und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. So habe ich immer wieder kurz für meinen Opa gebetet und auch geweint, als hätte ich gespürt, dass er am nächsten Morgen nicht mehr leben würde.

So manche dumme Bemerkung, die einer in den nächsten Tagen machte, wirkte auf mich völlig deplatziert. Ich musste daran denken, wie wahr die Worte aus Psalm 90 doch sind: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Klug hieß für mich, zu merken, wann eine Bemerkung passend ist und wann nicht. Gespräche bei einem gemütlichen Abend fühlten sich für mich oberflächlich an. So mancher Streiterei konnte ich in dieser Zeit nichts abgewinnen. Wen interessierte das alles, wenn ein Mensch fehlte, der doch zu uns gehört hatte. Ich habe mich gefragt: Was bleibt von einem Menschen? Fotos, typische Aussprüche, persönliche Dinge, Erinnerungen. Der Tod warf auf vieles, was mir vorher so wichtig war, ein anderes Licht. Was vorher so strahlte, verlor an Glanz. (…) Ich beschäftige mich mit vielen Dingen – viel zu vielen. Ich brauche den Blick nicht nur auf den Tod von meinem Opa, sondern auch auf meinen eigenen Tod, um zu sortieren, was mir wirklich wichtig ist. Mich z. B. zu fragen: Was übersteht den Tod? Das ist nicht viel, wenn ich über einen Friedhof gehe. Ein Fleckchen Erde, in dem ich liegen werde; wenn es gut geht, findet sich mein Name auf einem Stein. Mein Geburts- und mein Sterbedatum. Ich wünsche mir, dass ein Kreuz neben meinem Namen steht. Als Zeichen für Jesu Kreuz. Für Jesus Christus, der für mich gestorben und auferstanden ist, damit dieses Fleckchen Erde nicht meine letzte Ruhestätte bleibt. Sondern damit ich umziehe in eine himmlische Wohnung. Jesus hat schon meinen Namen an meine Wohnung geschrieben und erwartet mich.
(…)

Zitat: Pastorin Elke Drossmann, ERF Radio Mediathek, Wort zum Tag 16.05.2011


  1. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen… – das soll mir Mut machen, über meine eigene Endlichkeit, über meine begrenzte, verbliebene Zeit, ja auch über meinen Tod nachzudenken: Wie möchte ich das letzte Stück meines Lebens leben? Will ich weiterhin nur einfach in den Tag hineinleben, in dem mir die Zeit unter den Händen zerrinnt? Ich fange an, mir bewusst zu überlegen, was ist für mich wichtig? Welche Gaben sind mir geschenkt, welche Beziehungen sind mir wichtig, welche Werte möchte ich gerne leben und weiter geben, woran sollen sich andere erinnern, wenn sie später an mich denken? Dadurch gehe ich auch mit Anforderungen und Stress anders um: was von dem, was andere oder ich selber von mir erwarten, ist wirklich wichtig? Wem gebe ich Macht über meine Zeit und mein Leben?
  2. Doch mit dem Tod ist nicht alles aus. Was wird dann sein? Wo gehe ich hin nach meinem Tod? Für gläubige Christen steht fest, dass Jesus Christus für uns und unsre Sünden den ewigen Tod erlitten hat und durch seine Auferstehung dürfen wir frei sein. Für gläubige Christen ist der Tod Gewinn und Heimkehr zu Gott. Bin ich dabei? Habe ich mit Gott schon einen Neuanfang gemacht, ist er mein ständiger Begleiter im Hier und Jetzt? Habe ich mit Gott schon reinen Tisch gemacht, ihn voll aufrichtiger Reue um Vergebung für meine Verfehlungen gebeten? Dann habe ich Schätze im Himmel gesammelt. Dann halte ich die Eintrittskarte für den Himmel schon in Händen.

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden,
wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
Sammelt euch aber Schätze im Himmel,
wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

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